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GVU gibt gegenüber kino.to auf

Zahlreiche Newsportale melden und zitieren dazu den Jahresbericht der GVU 2009. Eine Veröffentlichung des kompletten Berichts steht noch aus und ist auf der offiziellen Website noch nicht zu finden. Deswegen stützte ich mal meinen Text auf diesen und diesen Bericht.

Schon im ersten Absatz des etwas tendenziösen Berichts von Tagesspiegel.de steht, das kino.to bereits auf Platz 50 der beliebtesten Website steht. Nebenbei erwähnt liegt Rapidshare noch vor kino.to je nachdem welche Statistik man gefälscht hat.

Auch der zweite Satz macht mir Sorgen. Es sollen 150 000 Filmdateien auf „solchen“ Portalen  wie kino.to gefunden worden seien. Mal dahingestellt wie die Suche von statten ging, sind 150k schon extrem viel. Kino.to hat schon eine ausführliche Auswahl an Filmen, Dokus und Serien. Macht zusammen über 20 000 Dateien.  Überschneidungen sind nicht zu vermeiden da auf jeden Portalen so ziemlich das gleiche angeboten wird. So sollte man die redundanten Dateien herausrechnen. So ist der Anstieg von 217 Prozent gegenüber dem Vorjahr (also 47 000 Filmdateien) ganz einfach zu erklären.

Man summiert kino.to sowie alle seine Alternativen zu einer großen  Anzahl.  Dass neue Kinofilme oder auch Serien meist doppelt und dreifach selbst auf der gleichen Seite erscheinen wird natürlich nicht berücksichtigt. Mal abgesehen davon werden Streams zu Serien und Filmen immer beliebter. Auch wenn die Legalität solcher Streams sicher eher in der Grauzone bewegt.
2008 wurden angeblich 47 000 Dateien gezählt von 10x Portalen. Durch die Beliebtheit machen nochmal 22x neue Portale auf die aber genau das gleiche anbieten. Und plötzlich steigt die Anzahl der illegalen Filmdateien auf unglaubliche 150 000. Milchmädchenrechnungen at its best.

Die Rechnung der GVU ist hier ein bisschen zu einfach und soll einfach nur die Entwicklung in die Richtung dramatisieren. Auch weiterhin will sie den Mythos aufrechterhalten Filesharing mit Tauschbörsen steigt immer noch an.  So sollen die absoluten Zahlen in Sachen Filmen gestiegen worden sein. Es gibt zwar noch einige Nutzer die sich (meist mit Anonymisierungstools) mit Torrent und Bittorrent auseinandersetzen, aber diese Zahl sinkt weiter an und der gemeine Nutzer sollte sich hüten solche Wege zu benutzen. Beweis dafür dass Nutzer gehen steht auch direkt im Jahresbericht der GVU. So ging die Zahl der abgeschlossenen Zivilverfahren von 170 auf 91 zurück. Ein ganz einfaches Indiz dafür dass die GVU einfach nicht mehr so leicht an die Nutzerdaten der User kommt da es schlicht fast unmöglich ist. Filehoster wie Rapidshare werden sich hüten eigene Nutzerdaten herauszugeben das sie dann ihr eigenes Geschäftsmodell zerstören würden.
Was mich auch interessieren würde: Wieso nahm DDL-Downloads von Bollywood-Filmen besonders zu? („alle Genres, bis hin zum Bollywood-Film ganz intensiv”)

Ein positives konnte ich der Pressemitteilung jedoch doch entnehmen. Von der Hetzkampagne gegen sogenannte „Raubkopierer“ (den Begriff könnte man so was von zerpflücken) wird langsam abgesehen. Die schon viel gerügte Werbekampagne „Raubkopierer“ wird durch die Kampagne „Respe©t Copyrights“ ersetzt. Unter anderem kommen darin Slogans wie „Ohne dich gibt es keine Filme“ vor.  Man kann davon halten was man will aber besser als das Hetzten geben vermeintliche Verbrecher ist das allemal. Diese appelliert dann mehr an das Gewissen als Angst hervorzurufen und jeden gleich zu einem Verbrecher zu stempeln.

Ich geh mal stark davon aus dass der offizielle Bericht diesen Text nicht wiederlegen wird sondern mehr bestätigen, werde aber den Link noch nachreichen sobald er verfügbar ist.

Update:

Hier ist der Link zur aktuell veröffentlichten Jahresbericht

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